Hand aufs Herz: Wir haben uns an das Bild des Mannes gewöhnt, der wie ein Uhrwerk funktioniert. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Während wir bei Frauen zyklische Phasen der Erneuerung ganz selbstverständlich anerkennen, scheint für Männer nur eine Richtung zu existieren: vorwärts, höher, weiter. Doch ich behaupte: Auch Männer haben ihre Tage. Oder besser gesagt: Sie sollten sie haben.
Das ignorierte Kraftwerk
In der Naturheilkunde gibt es einen spannenden Gedanken: Die Generatoren der Schöpferkraft sind bei der Frau die Eierstöcke, beim Mann ist es die Prostata. Sie ist weit mehr als ein medizinisches Organ, sie ist das energetische Kraftwerk des Männlichen.
Doch ein Kraftwerk braucht Wartungsintervalle. Viele Männer bekommen im Lauf ihres Lebens mit der Prostata zu tun. Und die Frage ist erlaubt: Braucht dieses Kraftwerk vielleicht genau das, was ihm der moderne Alltag verwehrt, nämlich den zyklischen Rückzug? Wer nie pausiert, in dem meldet sich der Körper irgendwann und sagt Stopp.
Was wir heute fordern: die unendliche Liste
Wir leben in einer Welt, die vom Mann eine fast unmenschliche Linearität verlangt:
- Immer funktionieren. Schwäche ist ein Fremdwort.
- Immer versorgen. Der Fels in der Brandung, koste es, was es wolle.
- Immer leisten. Der Erfolg im Außen als einziger Gradmesser für den Wert.
Diese Dauerhochspannung brennt die Schöpferkraft aus. Männer mögen nicht bluten, aber sie bluten energetisch aus, wenn sie den Kontakt zu ihrem eigenen Rhythmus verlieren.
Die systemische Lösung: Rückzug in den Kreis der Männer
Systemisch gesehen gibt es eine klare Ordnung: Das Männliche erneuert sich im Kreis des Männlichen. So wie das Weibliche Kraft aus der Gemeinschaft der Frauen schöpft, braucht der Mann den Raum unter Männern.
Damit ist nicht die Business-Loge beim Fußball gemeint, bei der es wieder nur um Status geht. Männer brauchen Räume für das vollkommen Zwecklose, das ihnen persönlich guttut:
- Zusammen schweigen oder über das echte Leben sprechen.
- Sport treiben, ohne den Tracker am Handgelenk und ohne den Vergleich der Bestzeiten.
- Einfach nur sein, ohne etwas darstellen zu müssen.
Der Mut zum Zyklus
Echter Lebenserfolg bedeutet für einen Mann auch die Wehrhaftigkeit gegenüber dem gesellschaftlichen Leistungsdruck. Es bedeutet, sich den Boxenstopp zu nehmen, um das Kraftwerk wieder aufzuladen. Wahre Schöpferkraft wächst aus dem Wechsel von Anspannung und Rückzug, aus dem Mut, auch einmal innezuhalten.
Wann durfte Ihr Kraftwerk das letzte Mal abkühlen? Wann haben Sie sich einen Moment gegönnt, der absolut keine Leistung erbringen musste?
Ihr erster Schritt
Wenn Sie spüren, dass Sie zu lange nur funktioniert haben, schaue ich mit Ihnen hin, bei Erschöpfung und Burnout und in der systemischen Begleitung, in Berlin-Schöneberg oder deutschlandweit per Video. Der erste Schritt ist ein kostenfreies Orientierungsgespräch.
Rechtlicher Hinweis: Meine Begleitung ist komplementär und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Für die Vorsorge und für körperliche Beschwerden, auch an der Prostata, ist Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die richtige Adresse.
Bild: KI