Wir jagen heute großen Versprechen hinterher: innerer Frieden, Selbstliebe, High Performance. Wir versuchen, unsere inneren Saboteure wegzumeditieren, und investieren viel in die Optimierung unserer mentalen Fassade. Als Aufstellerin sehe ich es anders. Innerer Frieden ist kein Zustand, den man sich mühsam erarbeitet. Er ist ein Resultat. Und entsteht, wenn wir im Frieden mit unserem Ursprung sind.
Das Gleichnis der Lotusblüte
Sie kennen das Bild der Lotusblüte. Sie wächst aus trübem, schlammigem Wasser empor und entfaltet eine makellose Pracht. Sie braucht keinen sauberen Ursprung, um vollkommen zu sein, und sie hält nichts von dem fest, was ihr widerfährt. Die Lotusblüte lehrt uns etwas Wichtiges: Die Herkunft ist der Boden, auf dem wir stehen. Sie ist kein Gefängnis, in dem wir sitzen.
Das Gesetz der drei Bindungen: wo Erfolg wirklich beginnt
Wahre Selbstführung und ein erfülltes Leben setzen voraus, dass drei grundlegende Bewegungen gelingen. Erfolg ist im Grunde in uns allen angelegt, er gehört zur DNA des Lebens. Damit er fließen kann, braucht es die systemische Ordnung.
Die Hinbewegung zur Mutter. Sie ist unser erster Kontakt mit dem Sein. Gelingt sie, sind wir bindungsfähig, fühlen uns genährt und können Fülle annehmen. Fehlt diese Kraft, fühlen wir uns innerlich heimatlos und leer, und Erfolg zerrinnt uns zwischen den Fingern. Erfolg hat das Gesicht der Mutter.
Die Hinbewegung über die Mutter zum Vater. Der Vater steht für die Welt, für Struktur und Selbstständigkeit. Er stärkt uns den Rücken für Souveränität im Außen. Fehlt diese Kraft, mangelt es an Durchsetzung, Struktur und Vertrauen in die eigene Wirksamkeit. Wir bleiben in der Symbiose stecken.
Die Hinbewegung ins eigene Leben. Erst wenn wir durch beide Eltern innerlich ins Leben entlassen werden, sind wir wahrhaft selbstbestimmt. Fehlt diese Kraft, leben wir aus Loyalität oder Angst das Leben anderer nach, statt eigene, fruchtbare Entscheidungen zu treffen.
Warum wir manchmal lieber klein bleiben
Wenn eine dieser Bewegungen blockiert ist, sind wir in einem Teil unseres Wesens gehemmt. Das zeigt sich in Kreisen. Zuerst in der Beziehung zu uns selbst, als Selbstzweifel und Erschöpfung, dann in der Paarbeziehung und schließlich im Beruf.
Und hier wird es ungemütlich. Es ist oft bequemer, in der Kleinheit zu bleiben. Wer im Kinderfeld verharrt und den inneren Kampf gegen die Eltern aufrechterhält, hat immer eine Ausrede und muss nicht ganz in die Verantwortung gehen.
Die gute Nachricht
Diese Bewegungen lassen sich nachträglich vollziehen. Das Leben ist geduldig. Wir kommen an unseren Wurzeln nicht vorbei, wenn wir wachsen wollen. Aber wir können den Frieden mit ihnen nachholen, auch dann, wenn die Eltern nicht mehr da sind oder nicht einverstanden waren.
Ihr erster Schritt
Wenn Sie spüren, dass Sie sich immer wieder selbst im Weg stehen, schaue ich mit Ihnen hin. In einer Aufstellung machen wir sichtbar, welche der Bewegungen noch auf ihren Abschluss wartet. Mehr dazu auch auf meiner Seite Systemische Begleitung. Der erste Schritt ist ein kostenfreies Orientierungsgespräch.
Sind Sie bereit für Ihre eigene Größe?
Rechtlicher Hinweis: Meine Begleitung ist eine systemische Erfahrungsarbeit und ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Bild: Jay Castor